Goldproduktion kommt nach Korneuburg

19.10.2020 00:00

Philoro Goldproduktion kommt nach Korneuburg

Roland Raunig (GF SEFKO), Bgm. Christian Gepp, GR Bernadette Haider-Wittmann sowie die beiden Geschäftsführer von philoro, René Brückler und Rudolf Brenner, nach erfolgreicher Vertragsunterzeichnung. Fotocredit © philoro / Sabine Klimpt

philoro unterzeichnet Kaufvertrag für neuen Standort 

Im Laufe der nächsten zwei Jahre wird einer der führenden privaten Goldhändler im deutsch­sprach­igen Raum, die in Wien ansässige philoro Edelmetalle GmbH, rund 50 Mio. Euro investieren und im niederösterreichischen Korneuburg eine High-Tech Goldproduktion samt Hochsicher­heits­­lager für Gold und andere Edelmetalle errichten. Dies gaben die Stadt Korneu­burg und philoro heute anlässlich der Unterzeichnung des Kaufvertrags für das Grundstück bekannt. Mit dem bislang größten Investitionsprojekt des 2011 gegründeten Familienunternehmens philoro werden in Korneuburg über 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die neue Gold­fabrik wird Altgold und Goldgranulat zu Barren und weiteren Goldprodukten wie Münzen oder Halb­fertig­erzeugnisse für Juweliere verarbeiten. Erstmals bringt philoro damit auch „Gold­­barren made in Austria“ auf den Markt. Die Stadtgemeinde Korneuburg zeigt sich erfreut, dass es gelungen ist, in derzeit so turbulenten Zeiten eine weitere Betriebsan­siedelung zu realisieren.

Bürgermeister Christian Gepp sieht den Weg der letzten Jahre bestätigt: „Als Stadtgemeinde haben wir einen Qualitätsdruck, wenn es um Ansiedlungen von Unternehmen geht. Wir sind in der glücklichen Lage, genau prüfen zu können, wer sich unserem dynamischen Weg anschließt. Da haben wir mit der Firma philoro einen großartigen Partner gefunden, mit dem wir die positive Zukunft der Stadt als Wirtschaftsstandort weiter ent­wickeln können“. Gerade in aktuell herausfordernden Zeiten ist diese Betriebsansiedlung ein klares Zeichen, dass es auch positive Nachrichten zu vermelden gibt. Man ist verleitet, den alten Spruch „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ zu bemühen. Für Korneuburg scheint es trotzdem eine glänzende Partnerschaft zu sein.

„Die Weltwirtschaft steckt durch die Pandemie in der größten Krise seit dem zweiten Welt­krieg. Wenn sich genau in dieser für uns alle so herausfordernden Situation ein international erfolgreiches Unternehmen wie philoro dazu entschließt, bei uns in Niederösterreich zu investieren und rund 100 Arbeitsplätze zu schaffen, dann kann das nicht hoch genug geschätzt werden. Dieses Projekt ist nicht nur für die Stadt Korneuburg und die Region wichtig, sondern es hat für ganz Niederösterreich Signalwirkung“, so Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger.

Mag. Bernadette Haider-Wittmann und Mag. Roland Raunig, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer des Stadtentwicklungsfonds Korneuburg, unterzeichneten am 7. Oktober 2020 gemeinsam mit den philoro Eigentümern und Geschäftsführern Mag. Rudolf Brenner und René Brückler, MA, den Kaufvertrag über das rund 35.500 m2 große, im Westen von Korneuburg gelegene Grundstück. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit Detailplanung, Widmung und Bau der Hochsicherheits-Gold­pro­duk­tion soll mit Hochdruck begonnen werden; philoro rechnet mit einer Fertigstellung der ersten Ausbaustufe in etwa 2 – 2,5 Jahren.


Goldproduktion, Hochsicherheitslager, und mehr als 100 Arbeitsplätze

Am neuen Standort in Korneuburg plant philoro ein neues State-of-the-Art Goldzentrum mit mehrfachen Funktionen: Kernstück der Goldproduktion wird die Scheideanstalt, in Fach­kreisen Affinerie genannt. Dort werden Metalle von Verunreinigungen getrennt und in die Edelmetalle „geschieden“. Das daraus entstehende Granulat wird für die Fertigung von Goldbarren, Münzen, Schmuckstücken oder auch Hightech-Bauteilen für technische Geräte aller Art verwendet. Ausgangsmaterial für die Goldproduktion sind sowohl Industriegold als auch von philoro angekauftes Alt- bzw. Recyclinggold. 

„Wir bedanken uns ausdrücklich für die sehr gute Aufnahme in Korneuburg. Die Zusammen­arbeit mit der Stadt Korneuburg war zu jeder Zeit konstruktiv und hoch professionell. Wir freuen uns darauf, in enger Abstimmung mit der Stadt, aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern eine hochmoderne Produktion errichten und damit den Fokus unseres Unternehmens in Zukunft auf Korneuburg legen zu können“, erklärt philoro-Geschäftsführer Rudolf Brenner. 

„Die neue Goldproduktion bedeutet einen Quantensprung für unser Unternehmen“, so Brenner. „Dies ist natürlich die bei weitem größte Investition in unserer Firmen­geschichte. Sie bietet uns die einzigartige Möglichkeit, die komplette Wertschöpfungs­kette aus einer Hand, also ‚Made in Austria‘ anzubieten. Ich sehe dies als signifikanten Vorteil gegenüber dem Mitbewerb, der entweder auf Pro­duktion oder Handel setzt. Eine eigene Produktion verschafft uns hohe Versorg­ungs­sicher­heit – und wir haben in diesem Jahr mehr als deutlich erlebt, wie wichtig dies gerade in schwierigen Zeiten ist. Darüber hinaus wissen wir, dass bei unserer eigenen Fertigung unsere besonders hohen Ansprüche an nachhaltige und hochwertige Goldproduk­tion zu 100 Prozent gewährleistet sind.“ 

Neben der Goldverarbeitung kommt auch dem geplanten Hochsicherheitslager große Bedeutung zu: „Mit der in Österreich rasant wachsenden Nachfrage nach Gold steigt der Bedarf an sicheren Lagerungsmöglichkeiten, insbesondere da immer mehr Bankfilialen schließen und damit weniger Schließfächer zur Verfügung stehen“, erklärt philoro-Vorstand René Brückler. „Unser Hochsicherheitslager in Korneuburg wird dem höchsten Stand der Technik entsprechen und sich an den Standards der Nationalbank messen.“ In Zukunft wird es auch möglich sein, am neuen Standort Gold, Silber und Platin gleich direkt vor Ort zu erwerben. In Korneuburg sollen hochwertige Barren und Münzen hergestellt werden. 

Begleitet wurde das Unternehmen bei seinem Ansiedlungsprojekt von ecoplus, der Wirt­schafts­agentur des Landes Niederösterreich. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki: „Es freut uns sehr, dass wir im Rahmen unseres Investorenservices dazu beitragen konnten, dass dieses große und wichtige Projekt in Niederösterreich realisiert wird. Wir sind davon über­zeugt, dass nicht nur die Stadt Korneuburg von der Ansiedlung profitiert, sondern dass dadurch Impulse für die gesamte Region gesetzt werden.“